Kartoffeln sind seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel und es ranken sich viele Mythen und Halbwahrheiten um sie. In diesem Abschnitt klären wir einige der häufigsten Missverständnisse und zeigen euch, was wirklich dran ist.
Mythos 1: Grüne Kartoffeln sind giftig.
Wahrheit: Grüne Stellen an Kartoffeln enthalten Solanin, ein giftiges Alkaloid. Dieses entsteht, wenn Kartoffeln dem Licht ausgesetzt werden. Solanin kann bei Verzehr in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein und Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen verursachen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten grüne Stellen und keimende Augen großzügig entfernt werden. Kleinere Mengen können durch Kochen reduziert werden, aber eine komplette Entfernung des Solanins ist dadurch nicht möglich.
Mythos 2: Kartoffeln machen dick.
Wahrheit: Kartoffeln an sich sind kalorienarm und nährstoffreich. 100 Gramm Kartoffeln enthalten nur etwa 77 Kalorien und liefern wertvolle Nährstoffe wie Vitamin C, B-Vitamine, Kalium und Ballaststoffe. Es sind oft die Zubereitungsarten, die Kartoffeln kalorienreich machen, wie z.B. Frittieren oder das Hinzufügen von Butter und Sahne. Gekochte oder gedämpfte Kartoffeln sind eine gesunde und sättigende Beilage, die gut in eine ausgewogene Ernährung passt.
Mythos 3: Kartoffeln müssen immer geschält werden.
Wahrheit: Die Schale von Kartoffeln enthält viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Bei neuen oder Bio-Kartoffeln kann die Schale bedenkenlos mitgegessen werden, vorausgesetzt, sie werden gründlich gewaschen. Die Schale trägt zu einer besseren Nährstoffbilanz bei und kann den Geschmack und die Textur der Gerichte verbessern. Bei konventionell angebauten Kartoffeln empfiehlt es sich, die Schale zu entfernen, um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden.
Mythos 4: Kartoffeln sind nur Kohlenhydratlieferanten und bieten wenig Nährwert.
Wahrheit: Neben komplexen Kohlenhydraten bieten Kartoffeln eine Fülle an Nährstoffen. Sie sind reich an Vitamin C, das das Immunsystem stärkt, sowie an B-Vitaminen, die für den Energiestoffwechsel wichtig sind. Kalium in Kartoffeln unterstützt die Herzgesundheit und reguliert den Blutdruck. Zudem liefern sie Eisen, Magnesium und Antioxidantien. Kartoffeln sind also weit mehr als nur eine Kohlenhydratquelle und können einen wichtigen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten.
Mythos 5: Kartoffeln müssen in Wasser gekocht werden.
Wahrheit: Es gibt viele Methoden, Kartoffeln zuzubereiten, die über das klassische Kochen in Wasser hinausgehen. Dämpfen, Backen, Rösten und Mikrowellengaren sind hervorragende Alternativen, die oft weniger Nährstoffverlust bedeuten. Beim Dämpfen bleiben mehr Vitamine und Mineralstoffe erhalten, da sie nicht ins Kochwasser übergehen. Das Backen oder Rösten intensiviert den Geschmack und führt zu einer knusprigen Textur, die viele lieben.
Mythos 6: Alte Kartoffeln kann man nicht mehr verwenden.
Wahrheit: Auch ältere Kartoffeln können noch verwendet werden, solange sie keine grünen Stellen oder starke Keimung aufweisen. Entfernt einfach die Keime und weichen Stellen großzügig. Alte Kartoffeln eignen sich besonders gut für Pürees und Suppen, da sie eine weichere Konsistenz haben. Wichtig ist, die Kartoffeln kühl, dunkel und trocken zu lagern, um die Keimung zu verlangsamen und die Haltbarkeit zu verlängern.
Mythos 7: Kartoffeln sind nicht gut für Diabetiker.
Wahrheit: Kartoffeln haben einen mittleren bis hohen glykämischen Index (GI), was bedeutet, dass sie den Blutzuckerspiegel schneller ansteigen lassen können. Allerdings hängt der GI auch von der Zubereitungsart ab. Gekochte und abgekühlte Kartoffeln, z.B. in einem Kartoffelsalat, haben einen niedrigeren GI, da sich resistente Stärke bildet, die langsamer verdaut wird. Diabetiker können Kartoffeln in Maßen genießen, besonders wenn sie mit ballaststoffreichen Lebensmitteln kombiniert werden, die den Blutzuckeranstieg verlangsamen.
Ich hoffe, dieser erweiterte Abschnitt hat euch geholfen, einige Missverständnisse rund um die Kartoffel aus dem Weg zu räumen. Kartoffeln sind vielseitig, nährstoffreich und eine Bereicherung für jede Küche – wenn man sie richtig zubereitet und genießt.
Bis zum nächsten Mal und bleibt kartoffelig!
Eure Kartoffelküche-Bloggerin



